Little Luv Seed Chinese Crested Powderpuff und Hairless
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Chinese Crested Dog – Juwel mit Besonderheiten

Der Chinese Crested Dog: Ein historisches Juwel in modernem Gewand

Der Chinese Crested Dog (Chinesischer Schopfhund) blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück: Die Rasse wird nachweislich bereits seit über 2000 Jahren gezüchtet und zählt damit zu den traditionsreichsten Begleitern des Menschen. Während die Vorfahren dieser Hunde ursprünglich mittelgroß und von extrem schlanker Statur waren, hat sich die Rasse in der Neuzeit stetig weiterentwickelt. (mehr zur Herkunft findest du hier)

Die moderne Zucht hat den Chinese Crested Dog zu dem gemacht, was er heute ist: ein kleinerer, kompakterer und überaus fröhlicher Gesellschaftshund, der für sein sanftmütiges und niemals bösartiges Wesen geschätzt wird. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf sein markantes Erscheinungsbild gelegt, insbesondere auf den ausgeprägten, löwenähnlichen Schopf, der ihm seine unverwechselbare Eleganz verleiht.

Neben diesen wertvollen Errungenschaften, für das harmonische Zusammenleben mit dem Menschen, bringt der Chinese Crested Dog auch einige faszinierende Besonderheiten mit sich. Diese Merkmale sind in dieser Form bei kaum einer anderen Hunderasse zu finden und machen ihn zu einem einzigartigen Phänomen in der Welt der Kynologie.

Der Chinesische Schopfhund gehört, neben dem Mexikanischen (Xoloitzcuintle) und Peruanischen Nackthund (Perro sin Pelo del Peru), zu den Ur-Nackthunden, die als Wildhund in der Natur der Südhalbkugel zu finden waren. Alle gemeinsam haben sie, dass sie sowohl haarige als auch haarlose Varietäten gebären. Bei diesen drei Rassen ist dieses Phänomen auf eine Mutation des Foxi3-Gens zurückzuführen, die einen natürlichen Ursprung hat.

Während der Mexikanische und Peruanische Nackthund eher in nativen Völkern verbunden blieb und dort sehr verehrt wurde, nahm der Schopfhund eine andere Entwicklung. Lange Zeit war er als Palasthund in China nur wenigen Menschen zugänglich. Später wurde eine „zivile“ Optik, durch einen ausgeprägteren Schopf, vermutlich durch Einkreuzung, erzielt. Dies hatte allerdings zur Folge, dass heute verschiedene Varianten in der Hairless-Varität entstanden.

Genau genommen ist selbst die haarlose Variante des CCD kein richtiger „Nackthund“, denn er hat immer Haare auf dem Kopf, an den Beinen und am Schwanz. Man unterscheidet den Powder Puff (PP) als Hund mit weichem Oberhaar und die Hairless (HL) Variante, in unterschiedlichen Behaarungsgraden.

Übrigens ist der Chinese Crested Dog (Chinesischer Schopfhund) ein langhaariger Hund ohne Unterwolle, der nicht haart. Das „nicht haarend“ ist mit einem Gentest nachweisbar, was ihn somit zu einem Langhaarhund definiert, denn ausfallen tut stets die Unterwolle, bei unterschiedlich langem Oberhaar. Das Auftreten von Haarresten in Kamm und Bürste ist auf mechanische Einflüsse zurückzuführen.

Für die Behaarungsgrade gibt es keine offiziellen Bezeichnungen. Im Zuchtbuch wird lediglich zwischen PP und HL unterschieden. Unmittelbar nach der Geburt können allerdings die unterschiedlichen Behaarungsgrade gut festgestellt werden, im Nachfolgenden zu sehen, auf den Fotos, aus der Zucht, von Joanna Zimny (Princess de la Roses)

Eine mögliche Bezeichnung aus den USA, zeigt das nachfolgende Foto:

(Foto aus Facebook ohne Angaben vom Herausgeber)

True Hairless (TH) – keine Körperbehaarung, spärliche Behaarung an Schopf, Fuß, Schwanz

Hairless (HL) – schmaler Streifen auf der Wirbelsäule mit mehr oder weniger kleinen Ausläufern, übrige Behaarung dünn

Hairyhairless (HHL) – ausgeprägte Körperbehaarung, bauchseitig haarlos, manchmal auch nur genetisch feststellbar (also ob eine Foxi3 Mutation vorliegt)

Powder Puff (PP) – normale, lange Behaarung

Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Hairless-Variation mit einer Zahnmutation gekoppelt ist. Siehe hierzu die verknüpften Publikation. Häufig sind bei den 2.Zähnen die Eckzähne/Canini und/oder Premolaren nicht angelegt. Diese Phänomen ist in der Powderpuff-Variante nie vorhanden!

Nicht-Anlagen sind übrigens auch beim Menschen bekannt. Ich selber gehöre dazu und habe keine Anlage für Premolaren. Dieser Sachverhalt hat für mich, wie auch für den CCD-HL, keinerlei Nachteile.

Anmerkung frühzeitiger Zahnverlust: Es kommt vor, dass die Milchzähne komplett angelegt sind und die Nichtanlage erst im bleibenden Gebiss vorkommen. Ein Milchzahn fällt nur aus, wenn der darunter wachsende Zahn die Milchzahnwurzel abreibt. Dennoch ist ein Milchzahn nicht so stark, wie ein bleibender Zahn. Es kann vor kommen, dass er durch ausgeprägtes Kauen oder Zerrspiele heraus gezogen wird oder eben als kleinerer Zahn (Milchzahn) erhalten bleibt.

Das wunderschöne Lächeln (auch etwas, was CCDc gerne machen) einer HL-Variante (Foto @tinaboyn) zeigt die etwas andere Form und Stellung der Eckzähne, eines CCD-Hairless, besonders gut. Im Gegensatz zur gebogenen Form der PP-Variante, oder anderen Hunden, ist der Eckzahn in der HL-Variante gerade und kann sogar nach vorne zeigen. Siehe dazu die nachfolgenden Fotos.

Zu den etwas speziellen Eckzähnen kommt ein weiteres Zahnmerkmal. Die Backenzähne der HL-Variante haben nur eine 1-reihige Höckerbildung (Bild b). 2-reihige Backenzähne sind bei Fleischfressen üblich (Bild a). Ich persönlich denke, dass die nach vorne stehenden Eckzähne für Hunde wichtig sind, wenn sie in der Erde nach Wurzeln, Nüssen o.Ä. suchen. Diese These würde auch zur Form der Backenzähne passen, die eher einem Pflanzenfressergebiss entsprechen.

Ich selber habe bei meiner HL-Hündin eine ausgeprägte „Vegetarische-Neigung“ festgestellt. Gemüse, Salat und Obst frißt sie sehr gerne, während meine anderen Hunde diese nicht einmal in den Mund nehmen.

Backenzähne Chinesischer Schopfhund Foto von MPI Leipzig - littleluvseed

(Foto der Universität Bern, das auf Facebook geteilt wurde)

Zähne beim CC, Höckerbildung bei Backenzähnen- Max Planck Gesellschaft

Link zur Höckerbildung der Backenzähne bei CCdog

Was manchen Hunden als Trick beigebracht wird, gehört beim Chinese Crested Dog zum täglichen Bewegungsablauf. Er steht, wenn er die Gegend genauer observieren will oder einem größeren Hund ein Begrüßungsküsschen geben will 🙂 – ungelogen, das macht meine Hündin!!

Letalfaktor: Beschreibt ein Gen-Allel, das in reinerbiger (homozygoter) Form zum Tod des Individuums führt. Der Letalfaktor beim Chinese Crested Dog (Chinesischer Schopfhund) ist homozygot (reinerbig) und pränatal voll penetrant. Das bedeutet: Welpen, die das Gen für Haarlosigkeit (Hr) von beiden Elternteilen erben (Genotyp HrHr), sterben noch im Mutterleib (pränatal) und werden resorbiert. Alle lebenden, haarlosen Chinese Crested Dogs sind heterozygot (Hr+), das heißt, sie tragen ein Gen für Haarlosigkeit und ein Gen für volle Behaarung (Powderpuff).

Resorption von Föten ließe sich vermeiden, wenn man stets eine Verpaarung beider Varietäten vornimmt. Aber wäre dies in der Natur vorstellbar? Eher nicht – im Gegenteil! Nachweißlich ziehen sich optische Ähnlichkeiten an. Diese Phänomen wird in der Biologie als positiv assortative Paarung beschrieben. Das heißt, es würden sich, wenn der Mensch nicht eingreifen würde, eher haarlose und haarige Varietäten untereinander vermehren. Diese Beobachtung deckt sich auch mit Beobachtungen von Züchtern, die den CCD im Rudel halten. Zudem hätte sich diese Rasse, mit ihrer außergewöhnlichen Genmutation, nicht erhalten, denn die Powderpuff-Varität kann keine HL-Varität gebären.

Anomalie des Skelets: Die aufgeführte Kritik bezieht sich sich auf die Patella Luxation und verschieden andere mögliche Anomalien im Skelett Bereich, die ich bei meinen Recherchen aber nicht feststellen konnte. Die aufgeführten Anomalien sind im übrigen durchgehend auch in anderen Populationen bekannt, auch beim Menschen. Züchter aus dem VDH/CER/CCC müssen ihre Hunde auf bekannte Krankheiten untersuchen bevor sie eine Zuchtzulassung bekommen, darunter auch die Patella Luxation (Kniescheibe instabil) Eine besondere Errungenschaft für Hunde, denn Menschen lassen sich nicht untersuchen, bevor sie sich verpaaren 😉

Fehlende Thermoregulierung: Dies würde bedeuten, dass der Hund seine Körpertemperatur nicht halten kann. Dies ist einen falsche Behauptung! Im Gegenteil – wenn man einen Hund ohne Fell streichelt, hat man das Gefühl, er sei wärmer, als ein „normaler Hund“. Ein Trugschluss, der allerdings nicht davon abhielt, den Hund über viele Jahre als Therapie (Wärmflasche)gegen Rheuma einzusetzen.

Ein Hund kann nicht schwitzen. Er reguliert seine Körpertemperatur über sogenannte ekrine (oder merokrine) Schweißdrüsen fast ausschließlich an den Pfotenballen und an der Nasenspitze. Die wichtigste Methode zur Temperaturregulation ist das Hecheln. Durch diese Verdunstungskälte wird das vorbeifließende Blut abgekühlt und die Körpertemperatur gesenkt. Dabei verdunstet Feuchtigkeit auf der Zunge, den Schleimhäuten des Mauls und in den Atemwegen.

Ist die Außentemperatur besonders niedrig, verbrennt jedes Säugetier mehr Energie, um seine Körpertemperatur gleich zu halten. Im Gegenzug nehmen sie mehr Nahrung auf. Deshalb essen wir Menschen im übrigen im Winter auch immer noch viel und reichhaltig! Die Haarlose Varietät des CCD wird im Winter vor Kälte und Wind geschützt, genau wie auch wir uns warm anziehen. Ein Tribut den wir auch tragen, um in einer anderen Region leben zu können.

Die haarige Varietät bedarf im Sommer mehr Aufmerksamkeit (vor Überhitzung schützen, wie alle üblichen Hunde auch)und im Winter die haarlose Varietät (vor Kälte schützen, wie auch Hunde ohne Unterwolle)

Haut ist empfindlich: Auch dies ist eine nicht zutreffende Behauptung. Die Haut der HL Variante ist dick und sehr robust. Verletzungen habe ich noch nie erlebt, obwohl ausgiebig gespielt und durchs Unterholz gerannt wird. Probleme können in Verbindung mit Kleidung auftreten. (Reibung und Nässe) Diese Probleme sind auch bei anderen Rassen bekannt, wenn sie Kleidung tragen – man sieht es nur weniger. Inzwischen hat sich die Hundebekleidungsindustrie den Anforderungen besser angepasst. Es gibt Funktionskleidung und sehr weiche Materialen zur Auswahl.

Schutzlose Haut vor Sonne: Der HL-CCD hat einen natürlichen Sonnenschutz! Genau wie wir Menschen, werden durch die Sonne, Pigmente in der Haut aktiviert, die die Haut schützen. „Man wird braun“ – Ein Chinesische Schopfhund hat eine Winter.- und eine Sommerhautfarbe. Sie ist abhängig von der Grundfarbe – ein schwarzer Hund ist im Winter hellgrau und im Sommer schwarz – ein brauner Hund ist im Winter hell/farblos und wird im Sommer tief braun. (es gibt individuelle Farbnuancen)

Ähnlich wie wir Menschen, bildet die Haut dieser Hunde Sommersprossen oder Alters-Pigmentflecken. Ein T-Shirt kann hier ein guter Schutz bei intensiver Sonneneinstrahlung sein, um das Entstehen zu verzögern.

Bestimmte Rassen wie Boxer, Golden Retriever, Beagles und Labrador Retriever weisen ein signifikant höheres Risiko für Hautkrebserkrankungen auf. Der Chinese Crested Dog gehört nicht dazu.

Keine Vibrissen: Vibrissen sind kleine festere Haare im Bereich der Schnauze. Sie dienen dem Hund um Luftströme oder Temperaturen in Flüssigkeiten zu erfassen. Sie sind beim CCD immer vorhanden.

Leider haben sich aus ästhetischen Gründen, Frisuren entwickelt, bei denen die Vibrissen unberücksichtigt blieben. Heute ist das Schneiden der Vibrissen in Deutschland verboten!

Hautprobleme: Die Mutation des Foxi3 Gens bewirkt, dass Haare am Körper nicht wachsen. Drüsen, die für die Versorgung der Haare zuständig sind oder waren, bleiben vorhanden. Die Drüsenfunktion passt sich im allgemeine der fehlenden Aufgaben an, kann aber durch bestimmte Faktoren zur Produktion angeregt werden. Dies ist auch bei haarigen Hunden bekannt. Man sieht es nur nicht!

Talgdrüsen werden in ihrer Funktion angeregt durch Hormone, Rotes Fleisch (Rind, Lamm), Zucker oder Konservierungsstoffe (verarbeitete Futterstoffe)und Stress. Ganz besonders aber durch falsche Hautpflege!!

Eine Begebenheit, die viele CCD-Junghunde betrifft, ist das Auftreten juveniler Akne. Auch ähnlich, wie wir Menschen, bekommen sie vorübergehend Pickel in der Pubertät, wenn sich die Hormone umstellen.

1. Schutz der natürlichen genetischen Vielfalt

Der Erhalt der natürlichen genetischen Vielfalt innerhalb einer Spezies – auch das Phänomen, dass manche Rassen unterschiedliche Varietäten (z.B. Felllänge oder Haarlosigkeit) hervorbringen – erachte ich als besonders schützenswert. Daneben halt ich es für absolut respektlos, gegenüber der natürlichen Vielfalt, eine menschliche Auslese vorzunehmen!

 2. Neuausrichtung der Zuchtziele auf Verträglichkeit

Viel wichtiger für die Zukunft erscheint mir die Notwendigkeit, Zuchtziele an die Realitäten der modernen menschlichen Gesellschaft anzupassen. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und dichterer Lebensräume wird die soziale Verträglichkeit von Hunden zu einem entscheidenden Kriterium. Zukünftige Zuchtprogramme sollten daher Priorität auf Wesensmerkmale legen, die ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier in engen, urbanen Räumen ermöglichen.

3. Anpassung an den modernen Lebens- und Arbeitsalltag

Der Hund ist heute mehr als nur ein Begleiter im ländlichen Raum. Er ist ein aktiver Partner im Freizeitbereich und drängt zunehmend in den Arbeitsalltag als Bürohund. Nicht zu vergessen unsere heutigen Bedürfnisse (z.B. als Therapie-, Assistenz- oder Suchhund). Diese veränderte Nutzung erfordert eine sorgfältige Anpassung der Zucht. Hunde müssen Stressresistenz, Flexibilität und spezifische Fähigkeiten mitbringen, um diesen neuen, vielfältigen Anforderungen unserer dynamischen Gesellschaft gerecht zu werden.

All diese Kriterien, erfüllt die Rasse Chinese Crested Dog (chinesischer Schopfhund) bereits, weil die Rasse seit mehreren Tausend Jahren als Gesellschaftshund gezüchtet wird.

Lies dazu weiter im „Faktencheck“ des Club für Exotische Rassehunde und „Seltene Ur-Hunde unter falschem Verdacht“ aus Zoosmedien.

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